Kritik – Lindow

Ein seltenes Klangerlebnis erwartet die inzwischen 60 Zuhörer in der katholischen Kirche,   wo Eremit Pater Jürgen Knobel seine Gäste begrüßt, die ihn im Licht der Kerzen nur vage sehen können. Auch dass er die Wände gerade gestrichen hat, bleibt im Dunkeln-selbst die Kerzen werden gelöscht, Dunkelheit breitet sich aus. „Licht aus- Lied an“, so der Konzerttitel.

Nomen est Omen -die blinde Pianistin Ster Paschke sitzt am Klavier, und spielt ihre Kompositionen, begleitet von Bassbariton Martin Schubach und Rezitatorin Andrea-Martina Reichel.

Ein Programm bei dem es um Licht und Schatten geht- mit Rezitationen aus dem Höhlengleichnis Platons, Liedern aus Schuberts Winterreise, einer Händel Arie, einer Bachkantate und Roger Waters “Dunkelheit“. Ein völlig neues Kunsterlebnis tut sich auf.

Die Stimmen hallen in der Kirche- stehen für sich, kein Bild lenkt vom Klang ab. Da wird Musik zur archaischen Urgewalt: mystisch, machtvoll, majestätisch.

„Ich hätte noch länger zuhören mögen“ gesteht der Hausherr am Ende und spricht damit den anderen Gästen aus der Seele, die nun noch ins Gemeindehaus gehen können-zur multimedialen Andacht.

 

Regine Buddeke

Märkische Allgemeine Zeitung 8.6.2015

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